Wie ist das Geldvermögen der Deutschen verteilt?

Das Sparen hat eine Tradition, die weit in die Vergangenheit zurück reicht. Interessant dabei ist, dass sich die Sparmethoden im Lauf der Zeit spürbar verändert haben. Dies trifft insbesondere für unsere Zeit zu.

Es liegt noch gar nicht so lange zurück, da waren die Menschen nicht darauf aus, Renditen mit ihren Ersparnissen zu erzielen. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts haben die meisten Menschen ihre Ersparnisse noch Zuhause gehortet: Begriffe wie „Sparstrumpf“ oder Redewendungen wie „das Geld unter der Matratze horten“ stammen aus dieser Zeit. Sparen an sich hatte also nicht den Zweck, sein Vermögen um des Reichtums Willen zu mehren. Der Fokus der Masse lag auf der Absicherung der Familie für den Fall der Fälle.

In den darauf folgenden Jahren haben die Menschen mehr und mehr Vertrauen in die Banken gewonnen und ihre Ersparnisse dort angelegt. Besonders beliebt war vor allem das Sparbuch, weil es die Möglichkeit bietet, eine Rendite zu erzielen: Immer zu Beginn des Jahres, werden die Zinsen eingetragen, die im vorangegangenen Jahr erzielt wurden. Bis in die späten 1990er Jahre verkörperte das Sparbuch die beliebteste Sparform der Deutschen. Wie es derzeit um die Zinsen auf Sparbüchern bestellt ist, zeigt unsere Übersicht auf der folgenden Seite:

Sparbuch-Vergleich >>>

Zur Jahrtausendwende kam der Umbruch: Zunehmend mehr Menschen sind dazu übergegangen, ihr Geld in andere Finanzprodukte zu investieren. Insbesondere Fonds erfreuen sich wegen ihrer Renditemöglichkeiten einer wachsenden Beliebtheit. Vor allem junge Menschen investieren große Teile ihrer Ersparnisse in Investmentfonds. An Beliebtheit gewonnen haben auch Termingeldanlagen. Diese Geldanlagen bieten einen etwas höheren Zinssatz als Sparbücher. Sie sind ebenfalls recht kurzfristig liquidierbar und es besteht kein Anlagerisiko für den Sparer. Finanzexperten gehen davon aus, dass schätzungsweise ein Viertel aller Sparbeträge in Termingelder fließt. Selbst das schlichte Sparbuch ist immer noch sehr beliebt: Auf den Sparbüchern der Deutschen liegen noch immer viele hundert Milliarden Euro.

Aufteilung des Geldvermögens in Deutschland 1993 bis 2013

Wie sich das gesamte Geldvermögen deutscher Sparer aufteilt, zeigt die nachfolgende Grafik:

Aufteilung Gelvermoegen 1993 bis 2013 in Deutschland - Statistik

Geldvermögen in Mrd. Euro Veränderung
Anlageform 31.12.1993 31.12.2003 31.12.2013 1993-2003 2003-2013 Gesamt
Bargeld und Einlagen 1.089,00 1.399,10 2.082,20 28,48% 48,82% 91,20%
Lebens- und Rentenversicherungen 454,5 946,4 1.551,70 108,23% 63,96% 241,41%
Investmentzertifikate 135,9 464,8 449,5 242,02% -3,29% 230,76%
Aktien 170,4 263,5 299,5 54,64% 13,66% 75,76%
festverzinsliche Wertpapiere 162,2 283,6 212,2 74,85% -25,18% 30,83%
Pensionsrückstellungen 146,7 227,8 318,2 55,28% 39,68% 116,91%
Sonstige Anteilsrechte 97,8 165,4 198,7 69,12% 20,13% 103,17%
Sonstige Forderungen 24,50 56,30 36,50 129,80% -35,17% 48,98%
Geldmarktpapiere 6,90 1,00 3,70 -85,51% 270,00% -46,38%
Gesamt 2.287,90 3.808,00 5.152,40 66,44% 35,30% 125,20%

Insgesamt betrug das Geldvermögen deutscher Sparer Ende 2013 rund 5,15 Billionen Euro. Die wichtigsten Anlageklassen sind dabei Sicht-, Spar- und Terminguthaben (Girokonto, Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld), Lebens- und Rentenversicherungen, Zertifikate sowie Aktien und Fonds.

Im Vergleich zum Stand des Geldvermögens Ende 1993 (2,29 Billionen Euro) wuchsen die Vermögenswerte der Deutschen innerhalb von zwanzig Jahren um über 100 Prozent.

Wichtig ist dabei, das Geldvermögen vom Nettogeldvermögen zu unterscheiden. Letzteres stellt die Vermögenswerte abzüglich der Schulden dar. Wie sich das Geldvermögen der Deutschen innerhalb der größten Anlageklasse – Bargeld und Bankeinlagen – im Zeitverlauf entwickelt hat, zeigen wir Ihnen auf den folgenden Seiten:

Entwicklung des Bestandes an Bargeld und Bankeinlagen >>>