
Aufteilung des Geldvermögens
Wie ist das Geldvermögen der Deutschen verteilt?
Das Sparen hat eine Tradition, die weit in die Vergangenheit zurück reicht. Allerdings ist anzumerken, dass sich die Sparmethoden im Lauf der Zeit spürbar verändert haben. Dies trifft insbesondere für unsere Zeit zu.
Es liegt noch gar nicht so lange zurück, da waren die Menschen noch gar nicht darauf aus, Renditen mit ihren Ersparnissen zu erzielen. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts haben die meisten Menschen ihre Ersparnisse noch Zuhause gehortet: Begriffe wie „Sparstrumpf“ oder Redewendungen wie „das Geld unter der Matratze horten“ stammen aus dieser Zeit.
In den darauf folgenden Jahren haben die Menschen mehr und mehr Vertrauen in die Banken gewonnen und ihre Ersparnisse dort angelegt. Besonders beliebt war vor allem das Sparbuch, weil es die Möglichkeit bietet, eine Rendite zu erzielen: Immer zu Beginn des Jahres, werden die Zinsen eingetragen, die im vorangegangenen Jahr erzielt wurden. Bis in die späten 1990er Jahre verkörperte das Sparbuch die beliebteste Sparform der Deutschen. Wie es derzeit um die Zinsen auf Sparbüchern bestellt ist, zeigt unsere Übersicht auf der folgenden Seite:
Doch zur Jahrtausendwende kam der Umbruch: Zunehmend mehr Menschen sind dazu übergegangen, ihr Geld in andere Finanzprodukte zu investieren. Insbesondere Fonds erfreuen sich wegen ihrer Renditemöglichkeiten einer wachsenden Beliebtheit. Vor allem junge Menschen leiten große Teile ihrer Ersparnisse in Investmentfonds. Sehr beliebt sind auch Termingeldanlagen geworden. Finanzexperten gehen davon aus, dass schätzungsweise ein Viertel aller Sparbeträge in Termingelder fließt Doch auch das Sparbuch ist immer noch sehr beliebt: Auf den Sparbüchern der Deutschen liegen immer noch mehrere Milliarden Euro.
Aufteilung des Geldvermögens Ende 2007
Wie sich das gesamte Geldvermögen deutscher Sparer aufteilt, zeigt die nachfolgende Grafik:
Quelle: Deutsche Bundesbank
Insgesamt betrug das Geldvermögen deutscher Sparer Ende 2007 rund 4,56 Billionen Euro. Die wichtigsten Anlageklassen sind dabei Sicht-, Spar- und Terminguthaben (Girokonto, Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld), Lebens- und Rentenversicherungen, Fonds und Zertifikate sowie Aktien.
Besonders interessant ist der hohe Anteil an Spareinlagen, welcher Ende 2007 rund 1.620 Milliarden Euro betrug und damit rund 36 Prozent des gesamten Geldvermögens ausmachte.
Im Vergleich zum Stand des Geldvermögens Ende 1997 (2,96 Billionen Euro) wuchsen die Vermögenswerte der Deutschen innerhalb von zehn Jahren um über 50 Prozent.
Wichtig ist allerdings, dass man das Geldvermögen vom Nettogeldvermögen unterscheidet. Letzteres stellt die Vermögenswerte abzüglich Schulden dar. Die Deutsche Bundesbank weist für Ende 2007 einen Schuldenstand der deutschen Sparer von rund 1,55 Billionen Euro aus, was ein Nettogeldvermögen von rund 3,10 Billionen Euro ergibt. Verglichen mit dem Wert von Ende 1997 (1,67 Billionen Euro) stellt dies einen Zuwachs um fast 100 Prozent dar.
Wie sich das Geldvermögen der Deutschen innerhalb der größten Anlageklasse - Bargeld und Bankeinlagen - im Zeitverlauf entwickelt hat, zeigen wir Ihnen auf den folgenden Seiten:

