Tagesgeld als Alternative zum niedrig verzinsten Sparbuch

Donnerstag den 21.02.2013

Tagesgeld lohnt sich 2013 nicht? Von wegen! Als flexible Geldanlage und als Alternative zum niedrig verzinsten Sparbuch spielt das Tagesgeld immer noch mit in der ersten Liga der Anlagearten. Natürlich sind die Zinsen auch für Tagesgeldkonten gefallen. Die Schuldenkrise in Europa hat für zahlreiche geldpolitische Maßnahmen durch die Europäische Zentralbank gesorgt, eine war das mehrfache Senken des Leitzinses für die Euro-Zone. Zuletzt wurde eine solche Leitzinssenkung am 5. Juli 2012 vorgenommen. Damit können sich die Banken billig Geld leihen, benötigen im Gegenzug jedoch auch weniger Geld von ihren Sparern. Dies hat auch bei den Tagesgeldzinsen zu einem Abwärtstrend geführt, dennoch sind diese zumindest bei guten Angeboten immer noch deutlich besser verzinst als das längst zum Auslaufmodell gewordene Sparbuch.

Die Sparbuchzinsen haben in den vergangenen Jahren sehr gelitten. Was es einstmals zwei und mehr Prozent gab für das Sparen auf einem Sparbuch, sind die Zinsen für diese Anlageart in den meisten Fällen in den Keller gefallen. Mitunter gibt es nicht mal mehr 0,50 Prozent p.a. für das Sparbuch, die Inflation frisst damit den Zinsertrag dieser Form des Sparens auf und führt durch die niedrige Verzinsung zu einem recht hohen Negativzins. Beim Tagesgeld sieht es anders aus. Auch hier gibt es zwar Angebote, die ein deutliches Niedrigzins-Niveau haben. Wer sich jedoch die Zeit für einen Tagesgeldvergleich nimmt, der merkt schnell, dass die Zinsen bei den Topanbietern immer noch auf einem guten Niveau sind.

Zwar sind die zwei Prozent Zinsen für das Tagesgeld kaum mehr zu finden, nur Wüstenrot Direct bietet diesen Zinssatz überhaupt noch an – jedoch auch nur für Anlagebeträge bis 10.000 Euro und auch nur auf sechs Monate nach Kontoeröffnung garantiert. Durch die gesunkene Inflationsrate (im Januar 2013 lag der Verbraucherpreisindex bei 1,7 Prozent) ist jedoch auch mit einem Tagesgeldkonto mit 1,85 Prozent Zinsen p.a., wie es derzeit noch die DAB Bank mit ihrem Tagesgeld bietet, eine Rendite über den reinen Inflationsausgleich zu erwirtschaften.

Dafür ist es jedoch nach wie vor wichtig, dass nicht einfach nur gespart wird, sondern auch ein Freistellungsauftrag gestellt wird für das Tagesgeldkonto. Sonst wird Abgeltungssteuer fällig auf den Zinsertrag, und diese beschneidet die Rendite erheblich, Konten ohne eine Freistellung der Zinsen rutschen schnell in eine negative Verzinsung, da dann kein Inflationsausgleich mehr möglich ist. Mit einem guten Zinssatz für das Tagesgeld und einem entsprechenden Freistellungsauftrag sind jedoch der Ausgleich der Inflationsrate – und damit zugleich auch eine Realverzinsung -, zu schaffen.