Tagesgeld ist und bleibt höher verzinst als das herkömmliche Sparbuch

Donnerstag den 11.04.2013

Zwei Möglichkeiten, die miteinander konkurrieren: das Tagesgeld und das Sparbuch. Während Tagesgelder früher oftmals nur für Geschäftskunden oder Großanleger angeboten wurde, legten die Banken den Kleinsparern das Sparbuch ans Herz – über das wir auf unserem Portal Sparbuch.info ausführlich berichten. Diese Zeiten haben sich geändert, seit die ING-DiBa in Deutschland den Markt umkrempelte und mit ihrem Extra-Konto erstmals ein flächendeckendes Tagesgeldkonto für alle Sparer anbot.

Seitdem betreiben die Banken mehr und mehr Werbung für ihre Tagesgeldkonten, das Sparbuch ist jedoch nahezu in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Dies gilt auch für die Zinsen. In den vergangenen Jahren haben die meisten Sparbücher so stark an Zinsen nachgelassen, dass es nur noch wenige Banken gibt, die mehr als 0,50 Prozent p.a. an Zinsertrag für ihr Sparbuch bieten.

Dies ist natürlich ein negatives Merkmal, dass dem Sparer einen deutlichen Nachteil bringt. Denn: Hand in Hand mit den Sparzinsen geht auch immer die Inflationsrate. Während die Zinsen, welche die Bank gewährt, nur Nominalzinsen sind, wird in der Verbindung mit der Preissteigerungsrate erst der reale Zins, den der Sparer unter dem Strich tatsächlich für sein angelegtes Geld erhält.

Für Sparer ist es deshalb wichtig, eine Möglichkeit des Sparens zu finden, bei dem die Zinsen mindestens auf Niveau der Inflationsrate (die im März 2013 auf 1,4 Prozent lag) liegen, damit ein Inflationsausgleich stattfinden kann. Wenn eine tatsächliche Rendite gewünscht wird, müssen die Sparzinsen hingegen über dieser Marke liegen und zugleich muss ein Freistellungsauftrag eingereicht sein, um nicht auch noch Abgeltungssteuer abgezogen zu bekommen von dem sowieso schon niedrigen Zinsertrag.

Anders als Sparbücher, die in den meisten Fällen nur noch eine negative Realverzinsung bringen, sind Tagesgeldkonten zumindest zum Teil noch höher verzinst als die Inflationsrate, wie unser aktueller Tagesgeldrechner zeigt. Hierbei ist auch zu sehen, dass das Tagesgeld trotz seiner unumwunden hohen Flexibilität fast immer deutlich höhere Zinsen bringt als das eindeutig unflexiblere Sparbuch. Trotz Niedrigzins-Phase sprechen damit die Fakten klar für das Tagesgeldkonto als Sparmöglichkeit, auch 2013. Daran ändern dürfte sich in den kommenden Jahren wohl eher nichts. Das Sparbuch ist mittlerweile zu einem Auslaufmodell geworden, immer mehr Sparer legen mittlerweile ihr Geld entweder als Festgeld an, das inzwischen zur beliebtesten Form des Sparens in Deutschland geworden ist. Auf Platz 2 folgt dann direkt das Tagesgeld, das dem Sparbuch damit längst den Rang abgelaufen hat.