Staatliche Rettung des Sparbuchs?

Dienstag den 10.02.2015

Chef der Südwestbanken fordert staatliche Sparprämie

Sicherheit geht vor Rendite. Für viele Sparer ein Dogma. Allerdings wird sparen trotzdem irgendwann nicht mehr wirklich attraktiv. Da erscheint der Vorstoß des Präsidenten des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg mehr als interessant: Rettung für das deutsche Sparbuch fordert Peter Schneider im Namn der Sparkassen. Der Staat soll angesichts der niedrigen Zinsen kurzerhand eine Sparprämie spendieren und der deutschen Sparkultur etwas unter die Arme greifen. Angedacht: 5,00%!

Peter Schneider, Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg, moniert die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Unter dem niedrigen Zinsniveau und der Geldpolitik der EZB leiden neben den Geldinstituten vor allem die Bausparkassen und Lebensversicherungen.

“Die Sparer sind die Dummen, und einer der Gewinner ist der Fiskus”, so Schneider. Der Staat profitiere vom Verkauf von Anleihen und erhält Zinsen, statt selber welche zu bezahlen. Ein Teil der Ersparnis solle daher wieder zurück an den Sparer wandern. Bis 1980 gab es in Deutschland eine solche Sparprämie. Der Chef der Südwest-Sparkassen fordert deshalb jetzt satte 5,00 % auf einen Sparbetrag von maximal 1.200 Euro im Jahr. Das würde laut Schneiders Rechnung den Steuerzahler mit einer Milliarde Euro jährlich belasten.

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