Niedrige Sparzinsen: Jetzt kommt es auf die Konditionen an!

Dienstag den 10.12.2013

Gejammert und gemeckert wird ja immer mal gerne schnell, dies ist bei den derzeit niedrigen Sparzinsen nicht anders. Doch dabei wird auch gerne alles über einen Kamm geschert, anstatt auf die wichtigen Details zu achten. Bei den Sparzinsen kommt es nicht nur derzeit nur auf die Höhe an, sondern auch auf die restlichen Konditionen der verschiedenen Spareinlagen.

Natürlich sind niedrige Zinsen für Tagesgelder und Festgeldkonten nicht gerade das Gelbe vom Ei, dies kann man nicht vom Tisch weisen. Dass die Sparquote in Deutschland sinkt, die Konsumfreude jedoch weiter steigt, zeigt dies mehr als deutlich. Aber es sollte immer auch daran gedacht werden, dass der Zinssatz zwar das ist, was man als erstes bei einem Sparkonto sieht, er allein aber nichts alles darüber aussagt, wie gut – oder schlecht – ein Sparkonto, ein Tagesgeldkonto, ein Festgeldkonto oder Ähnliches ist. Denn weitere Faktoren spielen dabei eine Rolle, und diese sollten nicht unter den Tisch gekehrt werden.

Der wichtigste Faktor neben der Höhe der Zinsen ist dabei der Zeitraum der Zinsgutschrift. Dies wird gerne unter den Tisch fallen gelassen, wenn nur die Zinsen stimmen, aber sie spielt dennoch eine wichtige Rolle und sollte deshalb durchaus berücksichtigt werden. Das beste Beispiel hierfür ist sicher derzeit das Tagesgeld. In der jüngsten Zeit gab es hier noch mal einen Zinsrutsch nach unten und das Feld hat sich bei den Spitzenanbietern ausgedünnt. Nun gibt es nur noch eine Bank, die 1,50 Prozent p.a. an Zinsen anbietet, was natürlich verlockend ist, genau da dann auch das neue (oder erste) Tagesgeldkonto zu eröffnen. Aber wer genauer hinsieht, der merkt dann eben auch, dass zwar die Zinshöhe auf den ersten Blick die beste ist, aber die anderen Konditionen dann doch weniger verlockend sind, wenn man den zweiten Blick wagt – vor der Kontoeröffnung!

Der Knackpunkt dabei ist der Zeitraum der Zinsgutschrift. Eine jährliche Gutschrift der Tagesgeldzinsen scheint eher zum Auslaufmodell zu werden, würde man denken. Viele Banken sind längst dazu übergegangen, die Zinsen für das Tagesgeld einmal im Vierteljahr und damit quartalsweise, oder aber sogar monatlich gutzuschreiben. Damit hat der Sparer nicht nur am Ende des Sparjahrs seinen Zinsertrag, sondern bekommt auch unterhalb des Jahres Zinszahlungen. Dies bietet auf der einen Seite die Möglichkeit, mit dem weiteren Ansparen der Zinsen einen so genannten Zinseszinseffekt aufzubauen, das heißt, die Sparen der Zinsen bringt weitere Zinsen = Zinseszinsen. Auf der anderen Seite kann die Zinsgutschrift unter dem Jahr auch als zweite Einkommen genutzt werden, was gerade bei größeren Sparbeträgen mitunter sehr beliebt ist.

Deshalb ist es wichtig, nicht nur auf die Zinshöhe selbst zu achten, sondern auch darauf, wann denn die Zinsgutschrift erfolgt und ob dadurch ein Zinseszinseffekt möglich ist. Ähnliches gilt übrigens auch für das Festgeld, wobei hier entscheidend ist, ob die Zinsen jeweils zum Jahresende gut geschrieben werden oder zum Ende der Laufzeit des Festgeldkontos. Bei mehrjähriger Laufzeit des Festgelds ist eine Zinsgutschrift erst am Ende der Laufzeit alles andere als empfehlenswert, da einem hierbei gleich über mehrere Jahre hinweg sowohl der Zinseszins auf der einen Seite wie auch die Nutzbarkeit des Zinsertrags als zusätzliches Einkommen fehlen. Hinsehen bei einem Sparkonto bedeutet deshalb immer auch, weiter zu sehen als nur bis zur Höhe der Zinsen!