Beim Weltspartag an das Sparen denken?

Mittwoch den 23.10.2013

Am 30. Oktober ist Weltspartag! Und kaum einer geht hin? Inzwischen hat sich das Sparen längst über das ganze Jahr verlegt. Die Menschen in Deutschland sparen, nicht nur an einem bestimmten Tag, sondern mal am Anfang des Jahres, mal zum Schluss des Jahres, wenn noch was übrig ist vom Jahresbudget. Mal zum Ende des Monats, wenn alle Fixkosten gezahlt wurden und alle sonstigen Kosten gedeckt sind und noch ein paar Euro über sind von dem, was jeden Monat zu bezahlen ist und benötigt wird. Und viele Sparer denken gar das ganze Jahr über an das Sparen und legen Geld auf die hohe Kante.

Doch derzeit sind viele Sparer nicht gerade glücklich angesichts der niedrigen Zinsen, die sie im Moment für ihre Ersparnisse bekommen. Wer sein Geld sicher anlegen möchte und sich dafür ein Tagesgeldkonto, ein Festgeldkonto oder ein Sparbuch sucht, der merkt schnell, dass von den früheren Zeiten der üppigen Zinsen derzeit nichts mehr zu sehen ist. Das Zinsniveau hat sich eher auf niedrig eingependelt, beim Festgeld gibt es sie längst nicht mehr, die 3,00 Prozent p.a. und auch beim Tagesgeld sind die 2,00 Prozent p.a. an Zinsen innzwischen weit entfernt.

Deshalb ist Sparen derzeit nicht unbedingt jedermanns Sache, schließlich geht es trotz allem Wunsch nach Sicherheit bei der Geldanlage eben für viele immer noch um die mögliche Rendite. Da diese momentan jedoch nicht wirklich hoch ist, hat sich das Blatt im Sparerland Deutschland seit ein paar Monaten gewandelt: die Freude am Konsum steigt, die Neigung zum Sparen indes geht zurück. Gerade auch in Sachen Private Altersvorsorge ist dies natürlich bedenklich, da das Niedrigzinsniveau hier für Einbrüche bei den Rücklagen führt, viele Bürger haben angesichts der niedrigen Zinsen schlichtweg keine Lust mehr auf das Sparen für das Alter. Oder aber: sie haben aufgrund der Niedriglöhne überhaupt nicht das Geld dazu, etwas für ihren eines Tages kommenden Ruhestand auf die Seite zu legen.

Die Zeit der niedrigen Zinsen und die Zeit der niedrigen Löhne in vielen Bereichen wirken damit gleichzeitig negativ ein auf das, was eigentlich etwas Gutes für die Zukunft mit sich bringen sollte. Kommt hier keine Wende, bei den Zinsen wie auch bei den Löhnen, wird sich das Thema Altersarmut immer mehr verschärfen. Bereits jetzt sind die neuesten Zahlen zur Grundsicherung im Alter sehr bedenklich zu bewerten, noch niemals zuvor haben so viele Rentner Grundsicherung erhalten, wie es im letzten Jahr der Fall war.

Beim Weltspartag an das Sparen denken, dies ist demnach die Frage, die sich nicht nur in diesem Jahr stellt, sondern sich auch in Zukunft stellen wird. Sollten die niedrigen Sparzinsen weiter Thema sein und das Leben der Sparer beherrschen, werden sich möglicherweise noch mehr Menschen vom Sparen abwenden. Dies dürfte zwar die Konsumfreude und damit zu gleich die Wirtschaft weiter beleben, aber wenn nichts auf der hohen Kante ist, wenn es gebraucht wird, könnte sich das Ganze viel zu schnell ins Gegenteil verkehren.