Entwicklung der Sparquote deutscher Privatanleger
Wie hat sich die Sparquote deutscher Privathaushalte im Zeitverlauf entwickelt?
Im Grunde genommen basiert das Sparen auf einem ganz simplen Prinzip: Ein Teil des Einkommens wird nicht ausgegeben, sondern weg- bzw. angelegt. Allerdings hört sich dies in der Theorie sehr viel einfacher an, als es das in der Praxis zu sein scheint. Es ist längst nicht so, dass sich alle Menschen in der Lage befinden, Teile ihres Einkommens zu sparen. Insbesondere die Höhe des Einkommens entscheidet darüber, wie viel Geld ein privater Haushalt zurücklegen kann. Mehrere Untersuchungen haben ergeben, dass Haushalte mit höherem Einkommen prozentual gesehen mehr Geld sparen.
In welchem Verhältnis das gesparte Geld zum Einkommen steht, drückt die so genannte Sparquote aus. In der Volkswirtschaftslehre wird die Sparquote so definiert, dass es sich bei ihr um einen Wert handelt, der zwischen null und eins liegt. Eine Sparquote von null bedeutet, dass kein Geld gespart wird, eine eins würde hingegen bedeuten, dass das gesamte Einkommen gespart wird.
Im bundesweiten Durchschnitt beläuft sich die Sparquote auf einen Wert von etwa 0,1. Dieser Wert ist bereits seit Jahrzehnten relativ konstant: Die Schwankungsbreite liegt ungefähr zwischen 0,08 und 0,12 – was man auch der nachfolgenden Grafik und Tabelle entnehmen kann:
Wie hat sich die Sparquote deutscher Privathaushalte entwickelt?

Quelle: Deutsche Bundesbank
Die genauen Werte für die Entwicklung der Sparquote privater Haushalte können Sie der nachfolgenden Tabelle entnehmen:
| Jahr / Quartal | Sparquote | Veränderung gegenüber letztem Quartal |
Veränderung kumuliert |
| 1991 | 12,90% | 0,00% | 0,00% |
| 1992 | 12,70% | -1,55% | -1,55% |
| 1993 | 12,10% | -4,72% | -6,30% |
| 1994 | 11,40% | -5,79% | -12,40% |
| 1995 | 11,00% | -3,51% | -16,67% |
| 1996 | 10,50% | -4,55% | -21,82% |
| 1997 | 10,10% | -3,81% | -26,67% |
| 1998 | 10,10% | 0,00% | -27,72% |
| 1999 | 9,50% | -5,94% | -33,66% |
| 2000 | 9,20% | -3,16% | -38,95% |
| 2001 | 9,40% | 2,17% | -38,04% |
| 2002 | 9,90% | 5,32% | -31,91% |
| 2003 | 10,30% | 4,04% | -26,26% |
| 2004 | 10,40% | 0,97% | -24,27% |
| 2005 | 10,50% | 0,96% | -23,08% |
| 2006 | 10,60% | 0,95% | -21,90% |
| 2007 | 10,80% | 1,89% | -19,81% |
| 2008 | 11,70% | 8,33% | -11,11% |
| 2009 | 11,10% | -5,13% | -15,38% |
Quelle: Deutsche Bundesbank
Verallgemeinert kann gesagt werden, dass die Deutschen im Durchschnitt neun bis zwölf Prozent ihres Einkommens sparen. Doch wie einleitend bereits erwähnt wurde, befinden sich längst nicht alle privaten Haushalte in der Lage, einen Teil ihrer Einkommen zu sparen. Ein zunehmend größerer Teil der Bevölkerung spart so gut wie kein Geld, ein anderer Großteil der Bevölkerung spart hingegen deutlich mehr als die genannten zehn Prozent des Einkommens.
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Übrigens können die Deutschen Sparer sehr stolz auf sich sein: Im internationalen Vergleich kommen sie auf den zweiten Platz: Nur die Japaner sind beim Sparen noch ein bisschen engagierter.
Da man auf sein Geld auf vielfältigste Art sparen kann, interessiert uns nachfolgend die Verteilung des Geldvermögens der deutschen Privathaushalte auf verschiedene Spar- und Anlageformen:
