Fakten und Details zur Abgeltungssteuer sowie deren Auswirkung auf Zinserträge

 

Seit 2009 ist alles anders: Die Abgeltungssteuer kam und stellte die steuerlichen Rahmenbedingungen für Sparer und Anleger auf den Kopf.

Seit diesem Stichtag werden sämtliche Einkünfte aus Kapitalvermögen – ganz gleich welcher Art – mit einem pauschalen Steuersatz in Höhe von 25 Prozent (plus Solidaritätszuschlag von 5,50 Prozent und ggf. Kirchensteuer) abgegolten, sofern ihre Summe den Sparerpauschbetrag von 801,00 Euro pro Person und Jahr übersteigt. Das gilt bis heute!

Der persönliche Steuersatz der Anleger spielt dabei keine Rolle, sofern er über 25 Prozent liegt. Wer weniger Steuern zahlt, muss beim zuständigen Finanzamt eine Veranlagung seiner Kapitalerträge im Rahmen der Einkommenssteuer beantragen. Ansonsten wird unmittelbar auf Bankebene die Steuerschuld einbehalten und an das zuständige Wohnsitzfinanzamt abgeführt.

Positiv ist, dass Kapitalerträge mit Einführung der Abgeltungssteuer nicht mehr das zu versteuernde Gesamteinkommen in der Steuererklärung erhöhen. Im Rahmen der bis Ende 2008 geltenden Versteuerung mit dem persönlichen (Grenz-)steuersatz des Sparers war dies der Fall und es konnte passieren, dass relativ geringe Zins- oder Kapitalerträge den Sparer mit seinem Gesamteinkommen in eine höhere Progressionsstufe gebracht und ihm eine überproportional steigende Steuerlast beschert haben.

Im Hinblick auf den Freistellungsauftrag änderte sich allerdings nichts: Dieser muss wie bisher dem kontoführenden Institut rechtzeitig vorgelegt werden. Eine Verrechnung von Gewinnen mit Verlusten aus Kapitaleinkommen ist nur noch dann möglich, wenn es sich um gleichartige Einkommen handelt: Für Sparer, die etwa ein Sparbuch, Tagesgeldkonto der Festgeldkonto unterhalten und darauf Zinsen erhalten, besteht demnach keine Möglichkeit der Verrechnung der Zinserträge mit den Verlusten aus anderen Anlageformen.

Wer beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragt und diese der Bank vorlegt, muss keinen Freistellungsauftrag erteilen und wird auch von der Abgeltungssteuer nicht tangiert: Die Bank unterlässt in diesem Fall den Abzug der 25 Prozent.

Wie sich die Situation für Zinssparer seit 2009 zur bis Ende 2008 geltenden Besteuerung mit dem persönlichen Steuersatz änderte, zeigen die nachfolgenden Beispiele:

Beispiel 1:

Ein Sparer legt 25.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto mit jährlicher Verzinsung an und erhielt darauf 4,50 Prozent Zinsen pro Jahr. Er hatte seinen gesamten Sparerpauschbetrag zur Verfügung und einen Freistellungsauftrag über die gesamte Summe gestellt. Sein persönlicher Steuersatz betrug 35 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag.

Besteuerung
bis Ende 2008
Besteuerung
ab 2009
Zinsertrag 25.000 x 4,50 Prozent = 1.125 Euro
Freibetrag 801 Euro
zu versteuernder Zinsertrag 1.125 – 801 Euro = 324 Euro
Steuerabzug in Prozent 35 Prozent 25 Prozent
Solidaritätszuschlag 5,5 Prozent 5,5 Prozent
Abzüge gesamt in Prozent 35 x 1,055 = 36,93 % 25 x 1,055 = 26,38 %
Abzüge gesamt in Euro 119,64 Euro 85,46 Euro
Zinsertrag nach Steuern 1.005,36 Euro 1.039,55 Euro
Rendite nach Steuern 4,02 Prozent 4,16 Prozent

Schon bei dem relativ niedrigen steuerpflichtigen Zinsertrag unseres ersten Beispiels wird deutlich, wie sich die Lage für Zinssparer mit Einführung der Abgeltungssteuer seit 2009 verbessert hat. Grundsätzlich lässt sich sagen: Die Abgeltungssteuer ist umso vorteilhafter, je höher der persönliche Grenzsteuersatz des Sparers liegt. In unserem zweiten Beispiel wollen wir Ihnen diesen Sachverhalt anhand verschiedener Grenzsteuersätze verdeutlichen, wobei wir als Basiswerte die Daten unseres ersten Beispiels nehmen:

Beispiel 2:

Basierend auf den Daten unseres ersten Beispiels rechnen wir jetzt einmal mit 30, 35, 40 und 45 Prozent Grenzsteuersatz unseres Anlegers und vergleichen die Nachsteuerrenditen miteinander sowie mit dem Wert basierend auf den Regelungen zur seit 2009 geltenden Abgeltungssteuer:

Besteuerung
bis Ende 2008
Besteuerung
ab 2009
Grenzsteuersatz 30 % 35 % 40 % 45 % -
Zinsertrag 25.000 x 4,50 Prozent = 1.125 Euro
Freibetrag 801 Euro
zu versteuernder Zinsertrag 1.125 – 801 Euro = 324 Euro
Steuerabzug in Prozent 30,00 % 35,00 % 40,00 % 45,00 % 25,00 %
Solidaritätszuschlag  5,50 %  5,50 %  5,50 %  5,50 %  5,50 %
Abzüge gesamt in Prozent 31,65 % 36,93 % 42,20 % 47,48 % 26,38 %
Abzüge gesamt in Euro 102,55
Euro
119,64
Euro
136,73
Euro
153,82
Euro
85,46
Euro
Zinsertrag nach Steuern 1022,45
Euro
1.005,36
Euro
988,27
Euro
971,18
Euro
1.039,55
Euro
Rendite nach Steuern 4,09 % 4,02 % 3,95 % 3,88 % 4,16 %

Wie Sie unserem Beispiel entnehmen können, ist die Rendite nach Steuern umso niedriger, je höher der Grenzsteuersatz des Anlegers ist. Daraus lässt sich ableiten, dass die Abgeltungssteuer für Zinssparer umso profitabler ist, je höher deren persönlicher Grenzsteuersatz ist.

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