Freistellungsauftrag für Kapitalerträge

 

Funktionsweise und Details zum Freistellungsauftrag für Kapitalerträge

 

Einkünfte aus Kapitalvermögen oberhalb des Sparerpauschbetrages von 801,00 Euro pro Person (1.602,00 Euro bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren) unterliegen in der Bundesrepublik Deutschland der Steuerpflicht und folglich müssen Sparer Zinsen, welche sie etwa auf einem Sparbuch, Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto erhalten, versteuern.

Im Jahr 2008 galt dabei letztmalig, dass Zinsen mit dem persönlichen Steuersatz des Anlegers bemessen wurden, während ab dem Jahr 2009 die weiterhin gültige Abgeltungssteuer greift, durch welche sämtliche Einkünfte aus Kapitalvermögen mit einem einheitlichen Steuersatz in Höhe von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und eventueller Kirchensteuer belegt sind.

Wichtig: Der Fiskus gewährt allerdings einen geringen Freibetrag, bis zu dem Sparer ihre Zinsen steuerfrei vereinnahmen können – den bereits eingangs erwähnten Sparerpauschbetrag in Höhe von 801,00 Euro pro Person.

Um diesen Freibetrag zu nutzen, muss der kontoführenden Bank ein so enannter Freistellungsauftrag für Kapitalerträge erteilt werden. Dabei können Sparer den ihnen zur Verfügung stehenden Freibetrag auch in mehrere Teilbeträge stückeln und so Konten bei verschiedenen Geldhäusern von der Besteuerung ausnehmen. Der Gesamtbetrag, der steuerfrei vereinnahmt wird bzw. die Summe aller Freistellungsaufträge, darf allerdings nicht mehr als 801,00 Euro pro Person betragen (gemeinsam veranlage Ehepaare können 1.602,00 Euro im Jahr in Anspruch nehmen).

Die meisten Banken stellen entsprechende Formulare bereit, die vom Sparer lediglich ausgefüllt, unterschrieben und zur Bank gebracht werden müssen. Der Freistellungsauftrag sollte spätestens zwei Wochen vor dem Tag der Zinsgutschrift beim kontoführenden Finanzinstitut eingehen, damit der Abzug der Abgeltungssteuer (seit 2009) unterbleibt und die Zinsen in voller Höhe dem Kontoguthaben zugeschrieben werden. Tipp: Bei diversen Banken lässt sich der Freistellungsauftrag online durchführen. Sehen Sie im Online-Banking nach!

Personen, deren zu versteuerndes Einkommen unterhalb der Grenze von 8.472,00 Euro (zuzüglich 801 Euro Sparerpauschbetrag – Stand: 2015) bleibt, können bei ihrem Wohnsitzfinanzamt eine so genannte Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen, welche sie nach Erhalt ihrer Bank vorlegen können.

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