Nichtveranlagungsbescheinigung

 

Details und Vorteile einer Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung)

Auch wenn Einkünfte aus Kapitalvermögen grundsätzlich zu versteuern sind gilt, dass Einnahmen, die unterhalb des Grundfreibetrages von 8.472,00 Euro (Stand: 2015) zu versteuerndem Einkommen pro Jahr liegen, steuerfrei sind. Zu diesem Grundfreibetrag können noch Kapital- und Zinserträge von bis zu 801,00 Euro pro Person und Jahr sowie 36,00 Euro Sonderausgaben kommen, welche über den Sparerpauschbetrag steuerfrei vereinnahmt werden können. Insgesamt steht Verbrauchern also eine Summe von 9.309,00 Euro zur Verfügung, welche sie ohne Steuerabzug vereinnahmen können.

Rentner, Studenten oder andere Sparer mit nur geringen Einkünften können daher bei ihrem zuständigen Finanzamt eine so genannte Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen, wenn ihre Kapitalerträge den Sparerpauschbetrag übersteigen, die Summe aller Einkünfte und Einnahmen jedoch den Grundfreibetrag von 8.472,00 Euro zuzüglich die 801,00 Euro pro Person Sparerpauschbetrag nicht überschreiten.

Die Nichtveranlagungsbescheinigung befreit die Banken von der Pflicht, die Abgeltungssteuer von Zinsgutschriften oder Kapitalerträgen abzuziehen. Wer seinem kontoführenden Institut eine Nichtveranlagungsbescheinigung vorlegt, muss keinen Freistellungsauftrag erteilen; sämtliche Einkünfte aus Kapitalvermögen bleiben steuerfrei.

Die Bescheinigung wird vom Finanzamt regelmäßig für die Dauer von drei Jahren ausgestellt und ist umgehend zurückzugeben, wenn sich die Höhe der Einkünfte derart verändert, dass der Grundfreibetrag überschritten und eine Veranlagung zur Einkommenssteuer erforderlich wird.

Das zur Ausstellung der Nichtveranlagungsbescheinigung notwendige Formular wird von den Banken in der Regel bereitgestellt, ist aber auch beim Steuerberater oder direkt beim Finanzamt erhältlich.

Durch den Wegfall der Steuerpflicht ist es Bürgern mit geringem Einkommen möglich, auch Zinserträge, die sie auf einem Sparbuch, Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto erzielen, steuerfrei zu vereinnahmen und so eine höhere Nettorendite zu erreichen.

Insbesondere Eltern von Kindern sollten für ihren Nachwuchs die Nichtveranlagung beantragen, damit die Sparbücher der Sprösslinge nicht vom Fiskus der Besteuerung unterzogen werden. Bis das erste eigene Einkommen erzielt wird, können Kinder meist steuerfrei sparen und so durch Geschenke der Eltern den Grundstein für den eigenen Vermögensaufbau legen.

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